Oberglatter Störche, Teil 1

Kaum war der erste Storch nach Oberglatt zurückgekehrt, wurden wir schon durch die wachsame Bevölkerung darüber informiert, herzlichen Dank!

Wir haben gemerkt, dass Oberglatt stolz ist auf „seine“ Störche. Darum möchten wir gerne die Störche monatlich begleiten.

Kurz-Info zum Weissstorch:

Sie sind etwa 80 bis 100 gross und ihre Flügelspannweite (von Flügel zu Flügel, ausgestreckt) beträgt etwa 200 bis 220cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid weiss. Schnabel und Beine sind bei den Altvögeln rötlich. Weissstörche haben ein Gewicht von etwa 2.5 bis 4.5kg.

Februar:

Mitte Februar war der erste Storch zu seinem alten Horst zurückgekehrt. Meistens kommt zuerst das Männchen. Nach der Rückkehr wird intensiv mit dem Schnabel geklappert. Das heisst: Dieses Nest gehört mir! Sobald das Weibchen auch angekommen ist, wird gemeinsam geklappert J. Wenn die Störchin dann meint, der Horst sowie das Männchen sein gut, müssen sie den Horst ausbessern und vom Unrat befreien. Oftmals kann man dabei die Altvögel mit Ästen im Schnabel umherfliegen sehen. Meistens ist ein Storch im Nest. Denn so wird vermieden, dass andere Storchenpaare den Horst erobern. Zum Ausbesserung wird oft folgendes Material verwendet: Gras, Heu, Moos, Federn, Stoffreste, teilweise sogar Plastiktüten.

StorchBericht1

Foto von Evi Gwerder, Oberglatter Storch

März:

Die Horst Ausbesserung ist immer noch voll im Gange. Die Störche paaren sich nun immer wieder. Zur Paarung fliegt das Männchen auf den Rücken des stehenden Weibchens. Sobald dann der Horst endlich „fertig“ ist, legt das Weibchen das erste Ei hinein. Die Eier sind weiss. Alle zwei Tage legt die Störchin ein Ei, insgesamt bis zu 5 Eier total. Nachdem sie zwei Eier gelegt hat, beginnt sie mit dem brüten. Sie setzt sich auf das Gelege und die hält die Eier mit ihrem Gefieder schön warm. Das brüten dauert ca. 33 Tage. Störchin und Storch wechseln sich beim brüten ab, so dass das Nest nie ungeschützt ist und jeder dazukommt, sich mit Futter zu versorgen.

April:

Nach 33 Tagen schlüpft dann endlich das erste Junge. Das Ei hat zuerst nur einen kleinen Riss, dann wird es zu einem kleinen Loch und irgendwann wird der Eideckel nur noch angehoben. Immer wieder bewegt und streckt sich der kleine, leicht gräuliche Vogel. Der kleine Vogel ist sehr erschöpft und schläft immer wieder. Der Schnabel ist nicht rot wie bei den Altvögeln, bei Jungstörchen ist dieser grau. Beim Ausschlüpfen wiegt das Störchlein ca. 65 bis 80 Gramm. Die ersten feinen Flaum- oder Dunenfedern sind noch ganz verklebt. Die Augen sind noch geschlossen, werden sich aber bald öffnen.

Der Altstorch setzt sich auf das Junge und hält es so warm und trocken. Mit jeweils einem bis zwei Tage Abstand, schlüpfen die weiteren Jungen. Leider werden nicht immer alle überleben. Manche sind zu schwach, krank oder das Futter reicht nicht aus. Nun fängt der Fütterungsstress an: Regenwürmer, Käfer, Heuschrecken und andere Insekten werden gefangen und zu den Jungen gebracht. Sie wachsen nun sehr rasch.

Weiter geht es im nächsten Mitteilungsblatt, Evi Gwerder, NVO

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